46414 Rhede
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Denkmalgeschützt
- Baujahr:
- 1564
- Epoche(n):
- Renaissance
- Urheber*in:
- Bauherr*in:
Schloss Rhede in Nordrhein-Westfalen ist ein bedeutendes Beispiel für die Renaissancearchitektur im westlichen Münsterland. Die denkmalgeschützte Anlage geht auf eine mittelalterliche Burg zurück, deren Geschichte eng mit dem Adelsgeschlecht der Herren von Rhemen verbunden ist. Ihre heutige Gestalt erhielt sie im Wesentlichen im 16. Jahrhundert, ergänzt durch bauliche Veränderungen im 19. Jahrhundert.
Vom Adelssitz zum Renaissanceschloss
Nachdem eine ältere Burganlage an anderer Stelle zerstört worden war, erhielt die Familie von Rhemen 1426 die Erlaubnis, einen neuen befestigten Adelssitz zu errichten. Im Jahr 1564 ließ Lubbert von Rhemen den bisherigen Bau durch ein repräsentatives Herrenhaus ersetzen. Aus dieser Bauphase stammt der Nordostflügel, der bis heute einen wesentlichen Bestandteil des Schlosses bildet. Der ehemalige Bergfried wurde im Zuge des Neubaus abgebrochen.
Architektonisch prägend ist die zweiflügelige Anlage im Stil der Renaissance. Die beiden Gebäudeflügel umschließen einen Innenbereich und verbinden repräsentative Wohnarchitektur mit der überlieferten Struktur eines befestigten Adelssitzes. Im Winkel der Flügel erhebt sich ein dreigeschossiger, achteckiger Treppenturm, der die Erschließung der Geschosse übernimmt und zugleich als markantes Element der Gesamtkomposition wirkt.
Wasser, Landschaft und Architektur
Das Schloss liegt auf einer Insel innerhalb einer rechteckigen Gräftenanlage. Die doppelte Wassergrabenstruktur und der weitläufige Park bilden einen räumlichen Rahmen, der das Gebäudeensemble von seiner Umgebung absetzt. Wasser und Freiflächen sind damit wesentliche Bestandteile der architektonischen Wirkung: Sie betonen die abgeschlossene Lage des Adelssitzes und lassen die Anlage aus der umgebenden Landschaft hervortreten.
Eine weitere wichtige Veränderung erfolgte 1845/46. In dieser Zeit wurde der Südwestflügel auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus neu errichtet. Er ergänzt den älteren Nordostflügel und dokumentiert die Weiterentwicklung des Schlosses über die Renaissancezeit hinaus.
Historische Kontinuität
Seit 1850 befindet sich Schloss Rhede im Besitz des Fürstenhauses Salm-Salm. Bis heute dient es der fürstlichen Familie als Wohnsitz. Die Anlage ist damit nicht nur ein Zeugnis historischer Baukunst, sondern auch ein Beispiel für die kontinuierliche Nutzung eines adeligen Herrensitzes. Ihre architektonische Bedeutung liegt im Zusammenspiel von Renaissancebau, Treppenturm, Gräften und Parklandschaft sowie in der bis heute ablesbaren Entwicklung über mehrere Jahrhunderte.
Autor*in: Redaktion baukunst-nrw
Text zuletzt geändert am 29.10.2026
Rhede kann stolz sein auf das "Schloss Rhede".Wenn ich dort vorbei komme, bin ich jedesmal begeistert vom Anblick, lasse es auf mich wirken. Wunderbar, dass es jetzt so zu sehen ist und das die Familie Salm-Salm auch die Parkanlagen für kulturelle Veranstaltungen geöffnet hat. Kindheitserinnerungen werden wach: das Schloss, versteckt hinter hohen Bäumen, man konnte die wahre Pracht nur erahnen, die Geschichte von der "weissen Frau", die aus verschmähter Liebe im Schloss herumgeistern soll. Als Kind war es für mich das "Dornröschenschloss". Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Heute sehe ich es natürlich aus einem ganz anderen Blickwinkel, sehe mehr auf die Baukunst, auf die Architektur, auch was es für die Besitzer bedeutet, ideell-finanziell, dieses Baudenkmal für die nächsten Gererationen zu erhalten. Agnes Epping